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Baugeschichte der Christuskirche in Fulda

Nachdem das 1803 von Wilhelm Friedrich von Oranien-Nassau zum evangelischen Gotteshaus umgewidmete „Oratorium Marianum“ der ehemaligen Universität für die evangelische Gemeinde in Fulda zu klein geworden war, beschloss der Kirchenvorstand im Jahre 1883 den Bau einer neuen Kirche.

Spenden in Höhe von 70.000 Mark, die bis 1891 aufgebracht werden konnten und der Erwerb eines Bauplatzes im ehemaligen „Kasernenfeld“, der von der Stadt Fulda zum Selbstkostenpreis zur Verfügung gestellt wurde, ermöglichten den Planungsbeginn. Auf der Grundlage des damaligen Standardsystementwurfes „Hase-Hannover“ wurde die Kirche im neugotischen Stil geplant. Das Langhaus wurde, der Gemeindegröße entsprechend, um eine Fensterachse gekürzt. Mit einem „Allerhöchsten Gnadengeschenk seiner Majestät des Kaisers“ von 52.000 Mark konnte am 24. Juli 1894 der Grundstein gelegt werden. Der 1. Gottesdienst fand am 1. Juli 1896 statt.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Christuskirche und das Pfarrhaus schwer beschädigt. Bei einem Bombenangriff am 11.September 1944 wurde der Altarraum völlig zerstört. Unmittelbar nach Kriegsende begannen die Aufräumarbeiten und je nach Verfügbarkeit von Baumaterialien wurde ab 1947 mit den Wiederaufbauarbeiten begonnen. Die Kirche wurde nach den alten Plänen, jedoch ohne die Seitenemporen wiederhergestellt. Der zerstörte Altarraum erhielt anstelle des ehemaligen Rippengewölbes eine Flachdecke. Am 25. September 1949 konnte die Kirche erneut eingeweiht werden.

2002 wurden die Außenanlagen vom Kasseler Landschaftsarchitekten Tobias Mann neu gestaltet. Der Kirchenvorplatz bindet die Kirche und die vorhandene Grünstruktur des Quartiers in das Stadtgefüge ein und lässt so einen offenen innerstädtischen Platz entstehen. Die Christuskirche als offene Kirche öffnet sich zur Stadt und wird als sakraler Raum und als Zeitdokument des 19. Jahrhunderts von der Öffentlichkeit wahrgenommen.

2004 wurde der Innenraum der Kirche unter Leitung des Architekten Werner Kramer aus Hünfeld grundlegend saniert. Die Orgelempore wurde zurückgebaut und der ursprüngliche Langhauscharakter der Kirche auch im Inneren wiederhergestellt. Die Fußböden wurden mit Sandsteinplatten belegt und die Wände auf ihre ursprüngliche monochrome Fassung zurückgeführt. Die Flachdecke des Chorraums wurde mit einem strahlenden Blau, das Göttliche symbolisierend ausgemalt. Das Kirchengestühl wurde neu konzipiert und als zentraler Block im Langhaus angeordnet. Ein Mittelgang führt über den Taufstein zum Altar. Heute lässt der große, helle und klare Innenraum den Besucher zur Ruhe kommen, lässt Raum zur Besinnung und zum Gebet entstehen. Die Christuskirche, ein Lebensraum, ein Freiraum, ein Ort, an dem man, wie Pfarrer Kohl es nennt, dem „Heiligen ohne Angst vor dem Weltlichen" begegnen kann.

Die Innenräume der Christuskirche Fulda können Sie bei einem
virtuellen Kirchenrundgang betrachten.